SPD-Senioren bei den 7 Schwaben zu Gast im Alten Schloss

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26 Teilnehmer vom Ostalbkreis begeistert von der Stuttgarter Schwaben-Ausstellung

Am 15. März fuhren mit der Bahn unter der Leitung von Gertraut Haug aus Gschwend 26 SPD-Mitglieder des Ostalbkreises zu der Ausstellung im Stuttgarter Landesmuseum „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“.

Die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Bosch-Abele führte sehr humorig wie kenntnisreich durch eine spannende Museumslandschaft der Schwaben. Am Anfang finden sich dort Karikaturen, die jeder Deutsche kennt, diese und deren Einstellungen gerne belacht. In Kurzfilmen werden Häberle und Pfleiderer, Äffle und Pferdle, Hannes und der Bürgermeister, Kommissar Bienzle und sein Vermieter vorgeführt, welche die komischen Tugenden der Schwaben für die ganze Fernseh-Republik der Lächerlichkeit preisgeben.

Reinlichkeitsfimmel vor allem der Kehrwoche, Putzsucht, Sparsamkeit als schwäbische Gier, Verdrucktheit und andere menschliche Schwächen etwa eine zunächst sympathische übergroße Bescheidenheit, die aber auch als bloß vorgespielt erscheint, werden dabei aufgespießt. Wobei der breite Dialekt vor allem für Norddeutsche auch seine sehr komischen Seiten zeigt. Auch die 26 Schwaben des Ostalbkreises konnten herzlich über diese Klischeefiguren und über sich selbst lachen.

Im umfangreichen zweiten Teil der Ausstellung wird die Geschichte der Schwaben seit den „Suevi“ bei Tacitus bis in die Gegenwart in allen Facetten vorgestellt. Hochrangige meist religiöse Kunstwerke des Bistums Konstanz aus dem frühen, der Reichsstadt Ulm aus dem späten Mittelalter und der reichen Kaufmannsstadt Augsburg zu Beginn der Neuzeit zeigen vor, wie viele künstlerische hochbegabte Schwaben es schon immer gab. In Ulm ging es mit dem höchsten Kirchturm der Welt hoch hinaus, schwäbische Tüftler, Künstler und Fabrikanten schufen auch im 19. Und 20. Jahrhundert bis heute Produkte und Werke mit Weltgeltung.

Die ersten globalen Player des Welthandels lebten in der Zeit der Reformation in Augsburg, der Reichtum der Fugger und Welser ist bis heute sprichwörtlich. Diese Erfolge rufen natürlich immer auch Neider hervor, deren böse Urteile über die Schwaben sind auch Teil der Schwaben-Schau. Der schwäbische Adel durfte bei den Reichskriegen nicht nur der staufischen Kaiser den Kampf eröffnen, Schwaben das Reichsbanner führen, sie galten als besonders tapfer und mutig. Schon Hans Sachs formulierte die Gegentugenden in seiner Geschichte von den 9 Schwaben am Langspieß, die sich vor einem Hasen fürchten und vor seiner Gestalt furchtsam zurückweichen. Dieser Mythos wird fünf Jahrhunderte lang immer wieder variiert und von vielen Schriftstellern, Malern und Bildhauern vorgeführt.

Bei den Gebrüdern Grimm in ihren Kinder- und Hausmärchen sind es dann endgültig 7 angstvolle Schwaben, ein Motiv, das in der Stuttgarter Ausstellung eine große Rolle spielt. Gegensätze im Leben sind ein Hauptprinzip der Museumsgestaltung. Der „arme Konrad“ im Bauernkrieg von 1525, die Auswanderungswellen mit der Ulmer Schachtel nach den Balkanländern im 18. Jahrhundert und im Jahrhundert darauf vor allem nach Amerika als letzter Ausweg aus großer existenzieller Not sind ein breit aufgestelltes Thema. Aber auch die Prunksucht, die Verschwendung am herzoglichen württembergischen Hof Karl Eugens. Gezeigt wird, dass Schwaben weltoffene, weitgereiste, dichterisch hochbegabte Menschen sind. Deren Visionäre bauen die ersten Fahrräder und Autos, später Zeppeline, Raketen und Flugzeuge.

Auf der anderen Seite sind sie Kleingeister, die sich in ihrem Häusle zurückziehen. Am Beispiel Friedrich Schillers wird vorgezeigt, dass dieser revolutionäre Dichter im Exil leben musste, nach seinem Tod aber überall in Schwaben riesige Denkmäler erhielt. Im „schwäbischen Sprachlabor“ wird anschaulich, wie sich der schwäbische Dialekt aus dem Mittelhochdeutschen entwickelt, welche unterschiedlichen Formen er von der breiten Form auf dem Härtsfeld bis zum Stuttgarter Asphaltschwäbisch besitzet, das nur noch der Linguist vom Hochdeutschen trennen kann.

Im Zug zurück nach dem Ostalbkreis gab es eine große Diskussion über das Gesehene. Herzlich dankte die 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus, Marga Elser, Gertraut Haug für die vorbildliche Organisation des Tagesausflugs. Barbara Weise aus dem Ortsverein Abtsgmünd lobte die „Super Ausstellung“. Horst Nass auch Lorch war begeistert über die informative Museumsgestaltung, „Der ganze Tag war gelungen von Anfang bis Ende“ war sein Tenor, dem sich alle anschlossen.

 

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