Ärtze, Praxen, Krankenhäuser 

Veröffentlicht am 20.10.2023 in OV-Zeitung

Wie können wir die Medizinische Versorgungen sicherstellen?

Ariane Bergerhoff

Wenige politische Themen werden so emotional diskutiert wie die medizinische Versorgung. Zurecht, denn landesweit sollen in dreizehn von 39 Landkreisen Kliniken geschlossen werden.

 

Dies ist auch eine Folge der fehlenden Finanzierung durch das Land, das den Krankenhausplan seit 2010 nicht erneuert hat. Aktuell gibt es in Baden-Württemberg keine umfassende und transparente Krankenhausplanung.

 

Auch die Debatte um die Kliniken im Ostalbkreis ist heiß gelaufen. Es ist gut, dass der Kreistag jetzt Beschlüsse gefasst hat. Demnach soll es in Ellwangen eine Grundversorgungsklinik mit fachklinischen Ergänzungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Basis-Notfallversorgung und ambulanten Operationen geben. Gut so. Allerdings dürfte allen klar sein, dass gute medizinische Versorgung nicht im Krankenhaus beginnt. Das ambulante Angebot ist ein ebenso dringendes Problem. Das drastische Wegbrechen der haus- und fachärztlichen Infrastruktur lässt die Menschen im Virngrund befürchten, dass es künftig immer weniger Arztpraxen geben wird, in denen sie kompetent behandelt werden.


Mit der neuen Medizinkonzeption müssen auch effektive Strategien entwickelt werden, wie man medizinisches Personal für den ländlichen Raum gewinnen kann. Es ist schwer, den „Hausärzteschwund“ aufzuhalten. Mehr als 40% der Hausärzte im Ostalbkreis sind älter als sechzig Jahre und es sind nicht genug Nachfolgerinnen in Sicht.

Daher könnte ein „Zentrum für Primärversorgung“ in Ellwangen mit multiprofessionellen Teams aus Ärzt:innen und Gesundheitsfachpersonaleine Lösung sein. Diese Teams engagieren sich auch präventiv für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Menschen in ihrem Gebiet. Hier kann als Ausgleich zu fehlenden Strukturen ein echter Mehrwert entstehen.

 

Aber das Wichtigste für die Neuordnung der medizinischen Versorgung ist es, möglichst viele Beteiligte rechtzeitig in die Entscheidungen einzubinden. Nur so finden große Veränderungen Akzeptanz. Die SPD begleitet diesen Gestaltungsprozess aktiv und setzt sich für ein echtes Beteiligungsverfahren ein, bei dem die Personen, die politische Entscheidungen treffen, mit Fachleuten und den Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Stadt nach den besten Lösungen suchen.